In diesen Tagen betreten wir neues Terrain. Der Freistaat Bayern ist, obwohl an unser Heimatland Thüringen angrenzend, bisher gänzlich unerforscht. Wir durchqueren die Höhenzüge des Thüringer Waldes, nahe dem bekannten Vessertal und arbeiten uns Stück für Stück durch idyllischen Landschaftszüge, die Symbol sowie Markenzeichen des schönen Thüringens sind. In Coburg angekommen widmen wir uns erst einmal der historischen Altstadt, mit einem der zwanzig schönsten Marktplätze in Deutschland (wie irgendeine Studie schreibt). Hier wurde im zweiten Weltkrieg, wie übrigens in Erfurt auch, fast nichts zerstört und so ist Coburg heute jeden Geschichtskenner und -Liebhaber eine Reise wert.

Apropos Markenzeichen: Wir kehren kurz nach Ankunft in einem Bistro ein. Es gibt Flammkuchen und eines der bayrischen Grundnahrungsmittel. So zumindest muss die Kampfansage von 2,50 Euro pro halbem Liter Bier verstehen, die sogar eine Flasche Wasser preislich in eine ganz dunkle Ecke stellt. In anderen Regionen Deutschlands bezahlt man wohl gerne mal das Doppelte… Uns freut es und wir genießen den Sommerabend mit einem Bummel durch die Einkaufsstraße. Hier wollen wir morgen unsere Musik zum besten geben. Vorher heißt es aber erst mal entspannen im gemütlichen Haus von Soeke, der uns mit seiner Familie einen Platz zum Übernachten angeboten hat. Nach einem weiteren Kalthopfengetränk lassen wir den Abend ausklingen.

Der Tag in Coburg verläuft durchaus ansprechend. Es gibt nur einfach nicht genug “Stellplätze” für uns. Schonend bringt uns das hiesige Ordnungsamt bei, dass es jetzt leider nicht mehr erlaubt ist hier zu spielen, wenn man dort (20 m um die Ecke) schon war, auch wenn zwei Stunden Pause dazwischen lagen. Schade eigentlich…

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Deshalb machen wir uns schon am Nachmittag auf nach Schweinfurt, um dort für den nächsten Tag die Gegend zu erkunden. Anders als der Name vielleicht anmutet, ist Schweinfurt eine außerordentlich gepflegte Stadt. Zumindest gefällt uns, was wir in der Innenstadt sehen. Hier werden sich morgen viele Möglichkeiten für Straßenmusik bieten. Gut gelaunt stimmen wir ein erstes Lied an und erleben nach drei Minuten das zweite Paradebeispiel eines gründlichen Ordnungsamtes in Bayern. Ohne Genehmigung ist es in Schweinfurt leider nicht gestattet, auf der Straße Musik zu machen.

Hilft also nichts, gleich am nächsten Morgen geht’s ab ins Amt für Verkehrswesen, das leider ziemlich schwer zu finden ist… Zum Glück werden uns keine weiteren Steine in den Weg gelegt und wir starten den Tag bei angenehm sonnigen Wetter und, dank einiger heftiger Gewitter am Vorabend, abgekühlter Luft. Seit wir die “Sondernutzungserlaubnis zur Nutzung öffentlicher Fläche” für Straßenmusik in der Schweinfurter Innenstadt in den Händen halten, fühlen wir uns irgendwie etwas erhaben. Die Leute scheinen uns jedenfalls zu mögen, außergewöhnlich viele zeigen sich interessiert und möchten mehr über uns erfahren. Am frühen Nachmittag ist dann Zeit für eine längere Pause. Es gibt frischen Bayrischen Leberkäse, Italienische Eisspezialitäten und eine kurze Auszeit in einem echten Schweinfurter Liegestuhl. In den schmalen Einkaufsstraßen gibt es zum Glück ausreichend Schatten. Bis zum späten Nachmittag sind wir noch unterwegs, dann ist aber unser Sondernutzungsrecht abgelaufen… Ist aber nicht so schlimm, denn wir haben heute noch die längste Fahrt auf dieser Tour vor uns: Nächster Halt Ansbach.