Am Morgen dieses Mittwochs besuchen wir nochmal Warnemünde für eine letzte Session. Das ist auch gut so, denn wir haben auf unserer bisherigen Reise noch gar kein Fischbrötchen gegessen – und das an der Ostsee! Warnemünde bietet also die perfekte Gelegenheit, diesen Mangel zu beheben. Die umsichtige Fischbrötchenverkäuferin lässt sich trotz langer Warteschlange nicht aus der Ruhe bringen und packt die guten Stücke für uns lieber in eine Tüte – aus Vorsicht vor den Möwen, die als hinterlistig gelten und Touristen ihren Mittags-Snack gerne im Flug aus den Händen reißen. Da haben wir nochmal Glück gehabt…

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Dann ab in den Zug nach Stralsund. An dieser Stelle der wichtige Hinweis für alle Nicht-Norddeutschen, die wir vor einem kleinen Fettnäpfchen bewahren wollen: Stralsund wird STRALsund und nicht StralSUND gesprochen. Das durften wir von Einheimischen lernen und geben unser Neuwissen an dieser Stelle gerne weiter.

Schon bei der Ankunft im 58.000-Einwohner-Städtchen wird klar, dass dieser Ort unseren bisherigen Reisezielen in Sachen Attraktivität in nichts nach steht. Gleich nachdem wir unser Gepäck bei unserem heutigen Host Kathrin abgestellt haben, versuchen wir es mit einem Abendkonzert in der noch belebten Einkaufsstraße der Stadt. Die Leute hier zeigen sich sehr interessiert, das macht Lust auf den morgigen Tag.

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Zum Ausklang des Abends besichtigen wir die Innenstadt noch genauer. Alles sehr gemütlich, auffallend ist der für die Hansestädte so charakteristische Marktplatz mit rot-schwarzem Backstein-Rathaus und imposanter Kirche. Ein dreidimensionaler Stadtplan mit Braille-Schrift erleichtert nicht nur Seheingeschränkten den Überblick.

Vom Marktplatz aus geht es runter zum Hafen, vorbei an der ältesten Hafenkneipe Deutschlands (wenn nicht sogar Europas), dann eine kurzer Blick aufs Ozeaneum und dann erhebt sich ein imposanter Dreimaster aus dem Hafenbecken. Das altehrwürdige Marineschiff Gorch Fock I liegt seit 2003 im Hafen von Stralsund und ist heute ein Museum.

In Sichtweite führt die lange Rügenbrücke auf Deutschlands größte Insel, viele Besitzer kleiner Segelboote nutzen die ruhige Bucht heute Abend für eine kleine Ausfahrt. Der bisher wolkenbedeckte Himmel lockert sich allmählich auf. Als die Sonne dann langsam untergeht, erleben wir den schönsten oder romantischsten Abend unserer Ostseereise.

Der Donnerstagmorgen beginnt wieder bewölkt, dafür ohne Regen und mit angenehmen Temperaturen. Wir starten in den vorletzten Tag unserer Reise und machen bis zum frühen Nachmittag Musik für gut gelaunte Stralsunder und interessierte Touristen. Wir lassen uns noch in den ein oder andere Schwatz verstricken und verpassen vor lauter Redseligkeit verpassen fast noch den Zug zu unserem letzten Ziel dieser Sommer-Tour: Die Fahrradstadt Greifswald.